St. Urbanus in Birgden

Dem Langhaus ist ein mächtiger Westturm aus Backstein-Mauerwerk aus dem 15. Jh. vorgelagert. Birgden wurde übrigens um 1480 von der Mutterpfarre Gangelt abgetrennt. Der fünfgeschossige Turm wird durch zweimal zwei Blenden an den Seiten gegliedert und endet in einem steilen Pyramidendach. Das dreischiffige, durch schlanke Säulen gegliederte, gewölbte neugotische Langhaus entstand 1868-69. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde es wiederhergestellt. Die kleine Pieta (um 1500) ist ein Werk aus der unmittelbaren Umgebung des Meisters von Beeck, von dem auch die Kreuzigungsgruppe in Gangelt stammt. Die alte, farbige Fassung blieb weitgehend erhalten. Bei dem Kruzifixus (Missionskreuz) in der Turmhalle, etwa 80 cm hoch, handelt es sich um eine gute, maasländische Arbeit (um 1500). Der Gekreuzigte als bereits Verschiedener dargestellt, ist scharf modelliert und mit einem großen, flatternden Lendentuch ausgestattet.

Die hl. Magdalena ist ein eigenhändiges Werk des niederrheinischen Bildhauers Hendrick Douverman aus der 1. Hälfte des 16. Jh. (berühmt durch seine Werke in der Nicolaikirche in Kalkar und im Dom zu Xanten). Die Heilige mit überreichem Lockenschmuck (ihrem Attribut) beeindruckt mit ihrer eleganten, betenden Haltung. Die phantasievolle Darstellung und die souveräne Beherrschung der Schnitztechnik machen die Figur zu einem der wertvollsten Kunstwerke der weiten Umgebung. Wann und wie die Skulptur nach Birgden kam, ist unbekannt.

Die kleine, bäuerliche Barockfigur des Kirchenpatrons St. Urban stammt aus dem 18. Jh.

Auf dem alten eingeebneten Friedhof an der Kirche sind noch einige Grabsteine des 17.-18. Jh. anzutreffen.


Am Ortsausgang nach Kreuzrath (Kreuzstr.) ist eine kleine Kapelle des 18. Jh. mit einem Betkreuz der gleichen Zeit, malerisch zwischen zwei hohen Linden gelegen. Seit einer Erscheinung, die Kinder aus Birgden dort 1798 hatten, ist die Kapelle Ziel einer örtlichen Wallfahrt.