Gottesdienste in der Weggemeinschaft

Bi = Birgden / Bre = Breberen / Ga = Gangelt / Ha = Hastenrath / Kreu = Kreuzrath / La = Langbroich / Schie = Schierwaldenrath / Sta = Stahe / ViaN = Katharina Kasper ViaNobis

  

+++ BITTE BEACHTEN: AUFGRUND DER AKTUELLEN BEHÖRDLICHEN VORGABEN GILT BIS AUF WEITERES: ALLE UNSERE GOTTESDIENSTE MÜSSEN LEIDER AUSFALLEN  !!! +++

 

Wir bieten Ihnen auf dieser Seite Alternativen für zuhause:

 

 

Gebetseinladung von Pfr. Daniel Wenzel

Gebetseinladung von Pfr. Daniel Wenzel

https://erzabtei-beuron.de/schott/

https://www.stundengebet.de/jetzt-beten/ 

Impuls von Gemeindereferentin Eva Jessen zum 5. Fastensonntag

Impuls von Gemeindereferentin Eva Jessen zum 5. Fastensonntag

29. Mär 2020

Impuls von Gemeindereferentin Eva Jessen zum 5. Fastensonntag

Forsythien (c) Eva Jessen

Liebe Mädchen und Jungen,

liebe Mitchristen!                                          

 

Jetzt sind bereits 5 Wochen vergangen, in denen unser Leben total auf den Kopf gestellt wurde. Keiner von uns konnte sich am Aschermittwoch vorstellen, wie drastisch sich unser Alltag, unsere Gewohnheiten, unser ganzes Leben sich verändern würde. Auch wenn wir uns nicht als Gemeinde in der Kirche versammeln können, sind wir trotzdem durch Christus im gemeinsamen Gebet verbunden.

Der heutige Fastensonntag wird Passionssonntag oder Leidenssonntag genannt. Ich finde, ein sehr zutreffender Name für einen Sonntag in dieser Krisenzeit.

Vielleicht fühlen wir uns gerade in dieser Zeit einsam und verlassen und können Gottes Nähe und Liebe nicht spüren.

Und doch können wir immer wieder entdecken, dass Jesus den Menschen gerade in Krisenzeiten nahe war, gerade dann wenn sie ihn brauchten. Jesus gab den Menschen Hoffnung, wenn sie die Hoffnung verloren hatten.

Auch wir können heute Hoffnungsbringer sein und ich finde es immer wieder sehr bewegend, wenn ich Menschen kennenlerne, die mit Mut, Kreativität und viel Herzblut dieser Krise trotzen und zum Hoffnungsbringer für andere werden.

Auch wenn wir uns nur virtuell versammeln können, dürfen wir Gott glauben, dass er sich unserer Welt in all ihren Nöten erbarmt und uns als liebender Vater entgegen kommt – selbst im Sterben und im Tod, wie uns das Evangelium in der Erzählung von der Auferweckung des Lazarus durch Jesus berichtet.

 

Besinnung GL 437 Meine engen Grenzen …

  1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor Dich: Wandle sie in Weite; Herr erbarme dich.

 

Welche Sicht habe ich auf die augenblickliche Situation?

Sehe ich alles nur schwarz?                  

Wo erfahre ich jetzt vielleicht auch eine „Weite“ in meinem Leben?

 

  1. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor Dich: Wandle sie in Stärke; Herr erbarme dich.

 

Wie fühle ich mich jetzt? Fühle ich mich ohnmächtig oder gelähmt?

Was brauche ich, um mich daraus zu befreien oder wie kann ich daraus befreit werden?

Was macht mich jetzt besonders stark und wo und wie kann ich meine Stärke zeigen?

 

  1. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor Dich: Wandle sie in Wärme; Herr erbarme dich.

 

Macht mir die gegenwärtige Zeit Angst?

Kann ich meine Angst jemanden anvertrauen?

Worauf vertraue ich?

Habe ich in letzter Zeit Wärme und Mitgefühl erfahren oder einem anderen Menschen geschenkt?

 

  1. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich: Wandle sie in Heimat; Herr, erbarme dich.

 

Wonach sehne ich mich?

Was habe ich auf dem Herzen?

Wo kann ich Geborgenheit erfahren und sie anderen erfahrbar machen?

Was heißt „Heimat“ für mich?

 

Es erbarme sich unser der Herr. Er schenke uns in dieser „außergewöhnlichen“ Zeit eine positive Haltung, Mut und Stärke, Gottvertrauen und die Stillung unserer Sehnsucht. Amen.

 

Evangelium – Die Auferweckung des Lazarus   Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45

 

Predigtimpuls

Glaubst du das?

Wie oft haben wir im Gottesdienst den Satz gehört: „Wir wollen unseren Glauben bekennen.“ Wie auf Kommando erhebt sich die Gemeinde und spricht das Apostolische Glaubensbekenntnis. Es sind alte Worte, die unseren Glauben zusammenfassen. Ohne groß darüber nachzudenken kommen uns die Worte über die Lippen, fast automatisch.

Aber, ist das lebendiger Glaube? Ein Fürwahrhalten von Sätzen, die seit Jahrhunderten überliefert werden? Nein, Glaube ist eine aktuelle und persönliche Antwort, die jeden Tag neu gegeben werden will. Eine Reaktion auf die Frage Jesu, die er uns allen stellt: „Glaubst du das?“

Marta befindet sich in einer ausweglosen Situation. Nach menschlichem Ermessen kann man den Tod ihres Bruders nicht mehr rückgängig machen. Es ist eine Grenze unwiederbringlich überschritten worden. Und doch glaubt Marta, dass Jesus der versprochene Retter ist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Marta macht Jesus keine Vorwürfe, weil er zu spät gekommen ist.

„Wärest du hier gewesen …!“ Haben wir in der gegenwärtigen Situation, bei all dem, was gerade in den letzten Wochen geschehen ist, nicht auch manchmal den Eindruck: Gott ist – leider – nicht dabei! „Wärest du hier gewesen …!“ Bei Menschen, die erkrankt sind, in Quarantäne leben müssen oder um ihre finanzielle Existenz bangen kann dieser Eindruck entstehen und der Vorwurf laut werden.

Doch Jesus rechtfertigt sich nicht. Sowohl Marta als auch uns sagt er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ Dann kommt die entscheidende, die persönliche Frage: „Glaubst du das?“

Wie steht es mit meinem Glauben?

Wenn Jesus vor mir steht und mir in die Augen schaut und fragt: „Glaubst du das?“ Was würde ich antworten?

Glaube ich, dass Jesus sich meiner Sorgen und Probleme, egal welcher Art annimmt?

Setze ich in meinem Leben konkret und radikal auf Gott? Vertraue ich IHM? Glaube ich, dass Gott es tatsächlich gut mit mir meint?

Dass er mir ein erfülltes Leben ermöglich – jetzt und hier und erst recht nach diesem Leben.

Für uns Christen gibt es keine hoffnungslose Situation. Auch wenn wir keinen Ausweg sehen – vor Gott und für Gott hat alles einen Sinn beziehungsweise erhält durch IHN Sinn und Perspektive. Menschen, die sich darauf einlassen, können es wagen, Ohnmacht und Schmerz auszuhalten.

Auch in diesen schweren Zeiten können sie dennoch nach vorn schauen. Christliches Leben ist Leben in und aus der Hoffnung.

 

Glaubensbekenntnis

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstand geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube Gott kein zeitloses Faktum ist, sondern, dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

                                                                         Dietrich Bonhoeffer*

 

oder das apostolische Glaubensbekenntnis

 

Fürbitten

Jesus Christus ist gekommen, um den Menschen Licht, Heil und Trost zu schenken. Er führt uns zusammen, auch wenn wir voneinander Abstand halten müssen. Zu ihm dürfen wir mit unseren Anliegen kommen und beten:

 

- Wir beten für alle, die unter der Corona-Pandemie leiden:

Für die an Covid19 Erkrankten, die im Krankenhaus sind und für alle in Quarantäne. Christus, höre uns.

 

- Für die Berufstätigen, die unsicher sind, wie es weitergeht.

Für Arbeitgeber und Selbständige, deren Existenz in Gefahr gerät.

Für alle, die voller Angst sind und sich bedroht fühlen. Christus höre uns.

 

- Wir beten für die vielen Menschen, die unermüdlich im Einsatz sind:

Für alle, die sich in Arztpraxen und Krankenhäusern um das Wohl der Patienten und Patientinnen kümmern. Christus höre uns.

 

- Für alle, die sich jetzt im Alltag und in der Freizeit anders verhalten müssen als sonst. Für alle Verantwortlichen, die für das Land und für Europa wichtige Entscheidung treffen müssen. Christus höre uns.

 

- Für die Frauen und Männer, die im Lebensmittelhandel und in Apotheken arbeiten, um die Grundversorgung aller gewährleisten zu können.

Für alle in den Laboren, die unter Hochdruck Tests auswerten und nach Medikamenten und Impfstoffen forschen. Christus höre uns.

 

Wir beten für alle Christen und Christinnen, die in dieser besonderen Zeit herausgefordert sind; und für die Seelsorgerinnen und Seelsorger,

die neue Formen entwickeln, wie Menschen ihren Glauben miteinander teilen.

 

- Für die Gläubigen, denen die Gottesdienstgemeinschaft fehlt. Für alle, die einander beistehen und sich ermutigen. Christus höre uns.

 

- Wir beten für die Frauen, Männer und Kinder, die auf der Flucht sind:

Für alle, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen.

Besonders für die Kinder auf Lesbos, die durch die Corona-Krise festsitzen.

Für die Hilfsorganisationen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst unter katastrophalen Bedingungen im Einsatz sind. Christus höre uns.

 

- Wir bitten für uns selbst:

Für die Sorgen und Nöte, die jeder und jede von uns mitbringt.

In Stille nennen wir dir die Namen derer, die uns besonders am Herzen liegen.

Christus höre uns.

 

Jesus Christus, Du schenkst uns Dein Heil und Deinen Beistand gerade auch in diesen schweren Zeiten. Dafür danken wir Dir und preisen Dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist heute, alle Tage unseres Lebens und in Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser

 

ich bin                                                        glaubst du das?

ich bin das leben                                         glaubst du das?

ich bin die Auferstehung und das leben        glaubst du das?

wer an mich glaubt, wird leben                   glaubst du das?

wird leben, auch wenn er stirbt                   glaubst du das?

und wird auf ewig nicht sterben                  glaubst du das?

 

JA,ICH GLAUBE!

 

Segen

In dieser schweren Zeit bitten wir Gott um seinen Segen für uns alle. Tun wir dies mit den Worten des Liedes „Bewahre uns Gott“ (GL 453)

 

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern Wegen.

Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden.

Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten,

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen.

Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen,

 

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen.

Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.

 

So segne uns und unsere Lieben und alle Menschen auf der ganzen Erde, der gütige und allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Bleiben Sie gesund!       #hsbestrong      Ihre Eva Jessen, Gemeindereferentin

 

* Aus: DBW Band 8, Widerstand und Ergebung, Gütersloher Verlagshaus; Kaiser, München, 2006, S. 30f

 

 

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Link zum Schrifttext:

https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-29

 

 

        

Impuls von Diakon Stephan Lütgemeier zur 5. Fastenwoche

Impuls von Diakon Stephan Lütgemeier zur 5. Fastenwoche

27. Mär 2020

Ein paar Gedanken für Zwischendurch, für die Woche

 

Lazarus, komm heraus!

Diesen Satz Jesu habe ich noch in den Ohren von Sonntag.

Ist das, was da passiert schon die Vorwegnahme der österlichen Botschaft der Auferstehung?

 

Die Sache mit Marta, Maria und Lazarus!

Sie sind durch Freundschaft eng mit Jesus verbunden.

Und nun scheint alles zu spät -

der Bruder, der Freund ist gestorben.

Und alle sind außer sich.

 

Maria zieht sich enttäuscht zurück.

Marta geht Jesus entgegen,

ihm trotz allem vertrauend.

Im Gespräch zwischen Marta und Jesus geschieht Bewegendes, Wunderbares:

Marta erkennt und bekennt,

dass Jesus der Messias ist,

Gottes Sohn – er ist uns gesandt.

 

Und Jesus?

Er ist erschüttert über den toten,

wirklich toten Freund.

Und am Ende nach dem Ende – Jesu Zuversicht:

„Dein Bruder wird auferstehen!“

 

Und Marta glaubt ihm,

Martas Glaube überspringt Mauern,

Mauern der Trauer, Mauern der Hoffnungslosigkeit.

 

Lazarus, komm heraus!

 

Und er steht auf!

Die Auferstehung der Toten –

Keine Sache aus der Vergangenheit

und auch keine Sache, die nur in der Zukunft liegt:

Jetzt beginnt sie, jetzt und hier.

 

 

Ihnen und Euch allen eine auferstehungsreiche Zeit.

 

Bleiben sie gesund und wie immer: #hsbestrong

 

Ihr Stephan Lütgemeier

 

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Impuls von Pfr. Andreas Krieg zum 4. Fastensonntag

Impuls von Pfr. Andreas Krieg zum 4. Fastensonntag

21. Mär 2020

Link zum Schrifttext
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-22

Eröffnungsimpuls
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Mädchen und Jungen!

Sicher eine ungewöhnliche Situation und auch ein ungewöhnlicher Gottesdienst, den wir heute feiern. Sonntags treffen wir uns gewöhnlich in der Kirche, heute treffen wir uns über das Internet, trotzdem in Christus verbunden, mit den Schrifttexten des heutigen Sonntages.

Was mich besonders bewegt ist wohl die schwierige Situation, in der wir im Moment stecken. Manchmal haben wir den Eindruck, Gott ist im Moment ganz weit weg. Was geht überhaupt noch? Auf der anderen Seite merke ich auch, dass Gott uns grade jetzt zeigt, dass noch ganz schön viel geht. Wenn ich grade auch an die vielen jungen Menschen denke, die für andere einkaufen gehen, die in Quarantäne sind und das Haus nicht verlassen dürfen. Und auch wenn sich im liturgischen Bereich Wege öffnen Menschen zu erreichen. So der etwas ungewöhnliche Gottesdienst heute, wo wir uns ein Stück auf den Weg machen, um Gott zu suchen, zu finden und zu entdecken.

Kyrie Liedruf GL 799 Da wohnt ein Sehnen tief in uns …


• Herr, in einer schwierigen Zeit kommen wir zu Dir. Manches scheint wie abgestorben, manche Hoffnung verdorrt. Aber der Blinde im Evangelium zeigt uns, dass Du auf die Möglichkeiten des Herzens schaust. Das Du auf unsere Hoffnung schaust, dass Du uns nahe bist. Kyrie Eleison

• Soviel hören wir in diesen Moment Herr Jesus Christus. Dinge, die unser Leben trüb, vielleicht sogar hoffnungslos machen. Doch du bist das lebendige Wasser, dass Du uns Menschen schenken willst. Christe eleison

• Wo wir oft mit unseren Fragen alleinstehen, nach dem Warum, da sei Du uns nahe. Öffne unsere Augen für das Kleine, öffne unsere Augen für das Schöne. Öffne unser Herz für dein mutmachendes Wort.
Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er nehme von uns alle Sünde und Schuld und führe uns zum ewigen Leben.

 

Evangelium – Die Heilung des Blindgeborenen Joh 9, 1-41

Predigtimpuls


Wer ist eigentlich der Blinde im Evangelium? Auf dem ersten Blick scheint alles klar, der Arme da, am Straßenrand. Die Rollen scheinen ja fest verteilt. Da der Blinde, da Jesus und da die Pharisäer.
Aber blind sein, dass kann man ja nicht nur mit den Augen. Eine andere Blindheit ist tragischer. In diesen Tagen vielleicht blind sein für die Situation. Natürlich tut es mir auch weh, Ihnen nur noch auf diese Art und Weise oftmals noch begegnen zu können. Es tut weh, viele liebgewonnene Veranstaltungen absagen zu müssen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass es auch Ihnen weh tut auf den Gemeindegottesdienst mit anderen und auch mit weitestgehenden Verzicht auf die Kommunion zu leben. Ein Blinder Punkt für die Kirche? Oder eine Aufforderung neu zu sehen?
Was kommt denn in den Blick? Viele Berufsgruppen, deren Tätigkeit in vielen Jahren als selbstverständlich wahrgenommen wurden. Ärzte, Krankenpfleger und Pflegedienste, die in einer Situation wie dieser übermäßiges leisten. Schülerinnen und Schüler, aber auch Nachbarn, die sich auf den Weg machen, anderen Menschen in einer Ausnahmesituation wie der Quarantäne zu helfen. Aber auch Menschen, die in finanzielle Not geraten, auch die bedürfen wie die momentanen Helden des Alltages unser Gebet. In aller Not erleben wir in diesen Tagen in unserem Kreis eine nie dagewesene Solidarität. Und diese Solidarität gilt es zu stärken, und vielleicht auch einen Blickwechsel zu vollziehen, auf die Helden des Alltages.
Beten wir um diese Solidarität. Bleiben wir aber auch selber solidarisch mit den Menschen um uns herum. Lassen wir uns nicht jeck machen, von den Menschen, die trotz dieser angespannten Situation die Solidarität nicht leben wollen. Ja, auch hier ganz deutlich. Leben wie vor der Krise ist einfach nur fahrlässig. Jesus sieht in dem Blinden das Mehr an Möglichkeiten, er ahnt sein Leiden, er schaut ihm ins Herz.
In diesem Jahr ist uns eine besondere Fastenzeit auferlegt. Waren wir nicht oft auch die Blinden, gefangen in unserer Alltäglichkeit? Und trotzdem, Gott will das Heil der Menschen, er möchte uns grade in dieser Situation nahe sein. Und auch das Gebet ist da keine Einbahnstraße. Das Gebet kann auch ganz konkret passieren, wenn unser Gebet uns handeln macht.

Glaubensbekenntnis
Ja Herr Jesus, Du bist Da, an Dich glaube ich Wie an deinen Vater, der auch mein Vater sein will, der mich liebt, beim Namen ruft und nie vergisst. Der seinen Geist aussendet, der mich ruft und mich handeln lässt. So zeige mit Deine Wege Herr, denn an dich glaube ich, Dir vertraue ich, jetzt und in Ewigkeit. Amen
Oder das apostolische Glaubensbekenntnis


Fürbitten


Herr Jesus Christus, Retter, Erlöser, Menschensohn. Du kannst unser Leben hell machen. Du lernst uns Achtsamkeit. Du öffnest uns die Augen des Herzens. Zu Dir rufen wir.
• Herr, manches ist in unserem Leben unscheinbar. Manchmal muss man hinschauen, um das Besondere zu erkennen. Die Blume auf der Wiese, ein Blümchen, dass uns Hoffnung schenkt. Wie einst dem Blinden, so öffne uns auch die Augen. Für das gute Wort von unserem Nächsten, und für das gute Wort, dass von Dir kommt. CHRISTUS HÖRE UNS
• Not und Leid gibt es auf der ganzen Welt. Wir wollen auch unsere Augen nicht verschließen für alle Menschen, die nach Frieden und Gerechtigkeit suchen, die auch nach unserer Solidarität fragen. Grade in dieser schwierigen Zeit beten wir für alle Menschen, die nach Frieden und Gerechtigkeit suchen. CHRISTUS HÖRE UNS
• Wir halten auch Fürbitte für all unsere Verstorbenen. Vor allem für alle Menschen, die hier in unserem Kreisgebiet – aber auch überall, am Corona Virus gestorben sind. Wir beten für alle Erkrankten, dass sie bald wieder gesund werden. Für unsere Verstorbenen, dass Du sie heimführst zum ewigen Leben. CHRISTUS HÖRE UNS
Alle unsere Bitten tragen wir vor Dein Angesicht, auch die vielen unausgesprochenen Bitten in unserem Herzen. Höre unser Gebet jetzt und in Ewigkeit.


Vater Unser


Segenswunsch für alle


Herr, Dich bitten wir in einer schweren Stunde um deinen Segen für alle
Gott, unser Vater zu Dir rufen wir Gott, Jesus Christus zu Dir rufen wir Gott, heiliger Geist zu Dir rufen wir
Für alle Pflege- und Krankenhauskräfte: Segne und schütze Sie, oh Herr Für alle die über ihre Grenzen hinaus gehen Segne und schütze Sie, oh Herr Für alle, die an der Situation leiden Segne und schütze Sie, oh Herr Für alle unsere Kranken Segne und schütze Sie, oh Herr Für unsere Familien Segne und schütze Sie, oh Herr
Für unsere Kirche Segne und schütze sie, oh Herr


Der Herr segne und behüte Dich, er lasse sein Angesicht über Dir leuchten und sei Dir gnädig, er wende Dir sein Antlitz zu, und schenke Dir seinen Frieden. So segne Dich und deine Familie der dreieine Gott, der Vater, Sohn und heilige Geist.

Bleiben Sie gesund. Ihr Pfarrer Andreas Krieg

 

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IMPULS zur 3. FASTENWOCHE (von Barbara Ratayczak)

modesto-3752894_960_720 (c) pixabay

Es fühlt sich merkwürdig an, dass in unseren Kirchen keine Gottesdienste stattfinden. Wir möchten euch gerne zeigen: Wir Seelsorger*innen sind auch weiter für euch da. Und auch ihr seid weiter Weggemeinschaft Gangelt, Gemeinde Jesu Christi. Wir möchten euch kleine Denkimpulse mit auf den Weg geben - zweimal die Woche. Einmal "mitten in der Woche" und einmal am Wochenende. In unseren Kirchen werden jetzt immer sonntags um 10:30 Uhr die Glocken geläutet. Um diese Zeit können wir Gemeinschaft sein - auch wenn wir räumlich voneinander getrennt bleiben müssen. Wir können miteinander und füreinander beten - vielleicht mit dem Impuls, den wir dann zur Verfügung stellen.

Für heute möchte ich euch einen Liedtext von Shalom Ben-Chorin aufschreiben. Er ist schon etwas älter, eigentlich immer aktuell, berührt mich immer wieder, aber jetzt gerade besonders. Schaut aus dem Fenster, geht in den Garten und macht Augen und Herz auf für das:

"Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt -

ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?

Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit -

achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht,

doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,

bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt!"