Impuls zum Mutter-/Eltern-Segen

Impuls zum Mutter-/ Elternsegen 2020

 

Begrüßung

 

Liebe Mitchristen!

Wir leben in einer schwierigen Zeit, in der der Corona-Virus unser ganzes Leben durcheinanderbringt. Wir können jetzt zwar wieder Gottesdienste feiern, aber alles geht dann doch nicht so, wie wir es gewohnt sind.

Zwei Mal im Jahr feiern wir in der Weggemeinschaft Gangelt eine Mutter-/Elternsegensfeier. Die Segensfeier lebt von der Nähe und Zuwendung der Gottesdienstteilnehmer und daher ist diese gottesdienstliche Feier ein Opfer des Virus geworden und musste leider ausfallen.

So haben wir uns entschlossen zum Mutter-/Elternsegen einen Impuls zu machen.

Wir wollen Mütter und Väter die große Herausforderung nicht allein tragen lassen. Die Schwangerschaft ist eine besondere Lebensphase voller Hoffnung und Erwartung, aber auch manches Mal voller Ängste und Befürchtungen.

Unsere Segensfeiern bieten die Möglichkeit zum Innehalten und

sich in dieser besonderen Lebenszeit Gottes Nähe und Segen zusprechen zu lassen!

 

Liturgische Eröffnung

Beginnen wir, in dem wir uns gemeinsam unter das Zeichen unseres Heils und unserer Erlösung stellen und sprechen:

+Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Musik

 

 

 

 

Schwanger sein heißt, guter Hoffnung sein und Hoffen heißt die Möglichkeit des Guten zu erwarten. So sagte es der dänische Philosoph Sören Kierkegaard.

 

Eine Schwangerschaft wirbelt vieles im Leben einer Frau durcheinander. Es ist eine Zeit bedeutsamer Wandlung, von Frau zu Muttersein, von einer Paarbeziehung zu einer Familie.

Diese Zeit der Veränderung ist erfüllt mit Erwartungen und Vorfreude auf das Kind, aber auch mit Zweifel und Bangen, ob das Kind gesund ist, ob auch alles gut gehen wird… Gerade jetzt!

Schwangere und ihre Partner, Familien und Angehörige kommen zur Segensfeier, weil sie darauf vertrauen, dass sie ihre Hoffnungen und Ängste nicht alleine tragen müssen. Ganz bewusst bitten sie um Gottes Hilfe und um seinen Segen für diesen Lebensabschnitt.

 

Und so freue ich mich Frau Helga Faltyn und Irmgard Hensgens begrüßen zu können,

Sie haben die Mutter-/Elternsegenfeier nach Gangelt gebracht und die Segnungsfeier in der Weggemeinschaft etabliert.

 

Gespräch zur Geschichte des Mutter-/Eltern Segen (Helga u. Irmgard)

 

Psalm 8 (nach Hanns Dieter Hüsch)

 

 

 

 

 

Gott sagt „Ja“ zu seinen Kindern

Gott, du bist unser Schöpfer,

deinen Namen würde ich am liebsten in den Himmel schreiben,

damit alle Menschen auf der Welt erkennen:

Du bist größer als der Himmel und die Erde.

Die Kinder und Säuglinge,

wenn sie singen und lachen,

wenn sie plappern – sie loben dich,

weil du uns beschützt vor allen Feinden und schlimmen Leuten.

Wenn ich aber den Himmel betrachte,

den Mond und die Millionen Sterne,

die heiße Sonne spüre,

dann komme ich mir so klein, so nichtssagend vor.

 

Warum nimmst du uns an die Hand, Gott?

Warum denkst und sorgst du für uns?

Für mich ist das unbegreiflich,

dass du uns zu deinem Ebenbild geschaffen hast,

gute Menschen, die deine Schöpfung beschützen sollen:

Schafe, Rinder, die wilden Tiere;

die Vögel am Himmel und die Fische im Meer,

die großen Bäume und das kleine Vergissmeinnicht,

Gott, du bist unser Schöpfer,

dein Name soll groß am Himmel stehen;

denn du sagst „Ja“ zu uns,

bevor wir überhaupt sprechen können. So bist du unser Herr,

und sonst ist keiner mehr Herr über uns.

 

© Aus: „Ich stehe unter Gottes Schutz, Psalmen für Alletage“ (S. 143) tvd-Verlag Düsseldorf

 Musik

 

Hinführung zum Evangelium

In der Bibel gibt es nur wenige Stellen, in denen Maria zur Sprache kommt; die Vertrauteste ist sicherlich die Begegnung zwischen Maria und Elisabet; dieses Gespräch ist uns im Lukasevangelium überliefert (Lk 1,46-55)

 

Evangelium nach Lukas

 

Impuls

Lukas berichtet, wie zwei ganz unterschiedliche Frauen sich begegnen. Da ist Elisabet, die ältere, erfahrene Frau, die ein ganzes Leben darauf gewartet endlich Mutter zu werden und deren Wunsch sich nach so langer Zeit vergeblichen Wartens endlich erfüllt und sich an ihr zeigt: Für Gott ist nichts unmöglich.

Maria dagegen ist jung und unerfahren und trotz Unerfahrenheit ansprechbar, offen und empfänglich für Gottes Wort und seiner Liebe.

Gott kommt ihr so nah, dass er durch sie Mensch wird.

Das ist eine Sternstunde – die Welt sieht anders aus – alte Verheißungen stehen im Raum – ein neuer Horizont tut sich auf.

 

Behutsam, tastend kommt sie sich einander nahe: Voller Achtung – ohne künstliche Distanz; voller Zärtlichkeit – voller Verständnis.

Die zwei kennen das Geheimnis der andere und können der anderen vertrauen.

Es erfüllt sich, was der Engel dir gesagt hat. In ganz neuen Tönen stimmst du deshalb das alte Lied der Hanna.

 

Dieses Lied ist bis heute nicht verklungen.

Wie können wir schweigen von einem Gott, der uns Menschen annimmt und durchs Leben begleitet?

Ein Gott der die Verhältnisse wieder ins Lot bringt. Ein Gott, der sich für die Rechtlosen und Gebeugten einsetzt und ihnen Recht und Ansehen schafft.

Das Lied ist das Lied der Erlösten – bis heute.

Und bis heute missfällt es all jenen, die sich nicht lösen können von der Gier nach Macht, Geld und Einfluss – und die darin ihre Erlösung sehen.

Oft vergessen wir, vielleicht gerade auch in dieser Zeit, dass Gott ein solcher Retter ist.

Vielleicht möchten auch wir jetzt, in dieser seltsamen und merkwürdigen Zeit mit in dein Loblied, in deine Hoffnung einstimmen und uns von deiner Vision anstecken lassen.

Was bei dir so einfach aussah wünschen wir uns oft. Sich einfach von Gott ansprechen lassen und offen sein für seine Pläne und Wege.

Ganz besonders möchten wir vielleicht gerade jetzt von Maria lernen, trotz aller Widersprüche und Schwierigkeiten auf Gott zu vertrauen.

Vielleicht können wir aus der Begegnung der beiden Frauen lernen, Wege zu finden, die uns zu den Menschen führen, ihnen Hoffnung und Liebe zu schenken, auch wenn wir jetzt Durststrecken gehen müssen.    

 

So wünschen wir allen werdenden Müttern, ihren Partnern und Familien, dass sie in dieser ganz besonderen Lebenssituation und Phase bedingungslos auf Gott vertrauen können und sich jetzt und in der kommenden Zeit von Gottes Liebe getragen fühlen können.

 

 

Musik

 

 

 

 

Fürbitten

Gott, unser Vater, in dir liegt der Ursprung und die Fülle unseres Lebens. Aus Liebe hast du uns Menschen ins Leben gerufen.

 

- Überall in unserer Gesellschaft und auf der Welt ist menschliches Leben bedroht: das ungeborene und behinderte, das alte, das kranke, das hungernde.

Lass uns von Maria lernen, ein offenes und liebendes Herz zu haben für Gott und für die Menschen. Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.

 

- Wir leben in einer Vielfalt von Beziehungen, wir leben mit Menschen, die uns brauchen, auch wenn wir in dieser Zeit Abstand zu einander halten müssen.

Lass uns von Maria lernen, auf Gott zu vertrauen und dort Menschen zur Seite zu stehen, wo es nötig ist.

Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.

 

- Frauen, die ein Kind erwarten, brauchen besondere Anteilnahme, vor allem die Bereitschaft, Sorgen und Schwierigkeiten mitzutragen. Lass uns von Maria lernen, dem Wunder des Lebens stauend zu begegnen und mit aller Kraft für das Leben einzutreten. Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.

 

- Keiner lebt für sich allein. Wir leben voneinander und füreinander. Dies gilt vor allem für die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Lass uns von Maria lernen, dass auch wir gewinnen, wenn wir für Gott und für andere da sind. Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.

 

- Unser Glaube schenkt uns Wegweisung für die Zukunft – auch wenn unsere Pläne manchmal durchkreuzt werden. Lass uns von Maria lernen, Gott immer wieder neu in unserem Leben zu entdecken. Hilf uns, dass wir uns ihm zu allen Zeiten anvertrauen können. Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.

In einem Augenblick der Stille wollen wir unsere ganz persönlichen Bitten vor Gott tragen.

Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.

 

Gott, all unsere Bitten, unser Lob und unseren Dank legen wir in das Gebet, das Jesus und zu beten gelehrt hat.

Vater unser…

 

Hinführung zum Segen

Mit großer Freude bitten wir für die Frauen, die ein Kind erwarten und für die Familien dieser Kinder um Gottes Segen.

Segen hat etwas mit Gott und mit uns Menschen zu tun. Für Gott ist Segnen die Hauptbeschäftigung. Ich will uns segnen, das ist Gottes Botschaft an uns. Für uns Menschen ist Segen lebensnotwendig. Er stärkt uns Leib und Seele. Wer Segen empfängt, merkt, dass es schön ist, ihn weiterzugeben. Denn er breitet sich aus, wenn wir für andere zum Segen werden. Und so wird mit dem Segen für die Mutter auch das heranwachsende Menschenkind beschenkt. Sein Leben soll von Anfang an unter dem Schutz Gottes stehen; es soll in seiner Liebe geborgen sein.

 

Gebet

Herr, gütiger Vater, du rufst Menschen ins Leben und nennst sie beim Namen.

Sie auf alle Frauen, die ein Kind erwarten und bewahre sie vor Schaden. Gib ihnen Kraft, Freude und Zuversicht.

Steh ihnen bei, wenn ihr Kind zur Welt kommt. Hilf den Eltern, ihren Kindern Liebe und Geborgenheit zu schenken, die sie auf dem Weg ins Leben brauchen. So bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

 

 

So segne und begleite uns und alle Menschen auf dieser Welt der lebendige Gott

+ der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Verabschiedung

Liebe werdende Mütter,

wir wünschen Ihnen eine gute restliche Schwangerschaft und eine gute Entbindung.

Liebe Väter, liebe Familien und liebe Angehörige, ihnen wünschen wir eine gute von Hoffnung getragene Zeit.

Der nächste Mutter-/ Elternsegen findet voraussichtlich im November statt. Wir hoffen, dass es die Umstände wieder zulassen, dass wir uns wieder in der Kirche zu einem Gottesdienst versammeln können.

Bis dahin, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

 

 

 

Impuls von Gemeindereferentin Eva Jessen zum 5. Fastensonntag

Forsythien (c) Eva Jessen

Liebe Mädchen und Jungen,

liebe Mitchristen!                                          

 

Jetzt sind bereits 5 Wochen vergangen, in denen unser Leben total auf den Kopf gestellt wurde. Keiner von uns konnte sich am Aschermittwoch vorstellen, wie drastisch sich unser Alltag, unsere Gewohnheiten, unser ganzes Leben sich verändern würde. Auch wenn wir uns nicht als Gemeinde in der Kirche versammeln können, sind wir trotzdem durch Christus im gemeinsamen Gebet verbunden.

Der heutige Fastensonntag wird Passionssonntag oder Leidenssonntag genannt. Ich finde, ein sehr zutreffender Name für einen Sonntag in dieser Krisenzeit.

Vielleicht fühlen wir uns gerade in dieser Zeit einsam und verlassen und können Gottes Nähe und Liebe nicht spüren.

Und doch können wir immer wieder entdecken, dass Jesus den Menschen gerade in Krisenzeiten nahe war, gerade dann wenn sie ihn brauchten. Jesus gab den Menschen Hoffnung, wenn sie die Hoffnung verloren hatten.

Auch wir können heute Hoffnungsbringer sein und ich finde es immer wieder sehr bewegend, wenn ich Menschen kennenlerne, die mit Mut, Kreativität und viel Herzblut dieser Krise trotzen und zum Hoffnungsbringer für andere werden.

Auch wenn wir uns nur virtuell versammeln können, dürfen wir Gott glauben, dass er sich unserer Welt in all ihren Nöten erbarmt und uns als liebender Vater entgegen kommt – selbst im Sterben und im Tod, wie uns das Evangelium in der Erzählung von der Auferweckung des Lazarus durch Jesus berichtet.

 

Besinnung GL 437 Meine engen Grenzen …

  1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor Dich: Wandle sie in Weite; Herr erbarme dich.

 

Welche Sicht habe ich auf die augenblickliche Situation?

Sehe ich alles nur schwarz?                  

Wo erfahre ich jetzt vielleicht auch eine „Weite“ in meinem Leben?

 

  1. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor Dich: Wandle sie in Stärke; Herr erbarme dich.

 

Wie fühle ich mich jetzt? Fühle ich mich ohnmächtig oder gelähmt?

Was brauche ich, um mich daraus zu befreien oder wie kann ich daraus befreit werden?

Was macht mich jetzt besonders stark und wo und wie kann ich meine Stärke zeigen?

 

  1. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor Dich: Wandle sie in Wärme; Herr erbarme dich.

 

Macht mir die gegenwärtige Zeit Angst?

Kann ich meine Angst jemanden anvertrauen?

Worauf vertraue ich?

Habe ich in letzter Zeit Wärme und Mitgefühl erfahren oder einem anderen Menschen geschenkt?

 

  1. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich: Wandle sie in Heimat; Herr, erbarme dich.

 

Wonach sehne ich mich?

Was habe ich auf dem Herzen?

Wo kann ich Geborgenheit erfahren und sie anderen erfahrbar machen?

Was heißt „Heimat“ für mich?

 

Es erbarme sich unser der Herr. Er schenke uns in dieser „außergewöhnlichen“ Zeit eine positive Haltung, Mut und Stärke, Gottvertrauen und die Stillung unserer Sehnsucht. Amen.

 

Evangelium – Die Auferweckung des Lazarus   Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45

 

Predigtimpuls

Glaubst du das?

Wie oft haben wir im Gottesdienst den Satz gehört: „Wir wollen unseren Glauben bekennen.“ Wie auf Kommando erhebt sich die Gemeinde und spricht das Apostolische Glaubensbekenntnis. Es sind alte Worte, die unseren Glauben zusammenfassen. Ohne groß darüber nachzudenken kommen uns die Worte über die Lippen, fast automatisch.

Aber, ist das lebendiger Glaube? Ein Fürwahrhalten von Sätzen, die seit Jahrhunderten überliefert werden? Nein, Glaube ist eine aktuelle und persönliche Antwort, die jeden Tag neu gegeben werden will. Eine Reaktion auf die Frage Jesu, die er uns allen stellt: „Glaubst du das?“

Marta befindet sich in einer ausweglosen Situation. Nach menschlichem Ermessen kann man den Tod ihres Bruders nicht mehr rückgängig machen. Es ist eine Grenze unwiederbringlich überschritten worden. Und doch glaubt Marta, dass Jesus der versprochene Retter ist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Marta macht Jesus keine Vorwürfe, weil er zu spät gekommen ist.

„Wärest du hier gewesen …!“ Haben wir in der gegenwärtigen Situation, bei all dem, was gerade in den letzten Wochen geschehen ist, nicht auch manchmal den Eindruck: Gott ist – leider – nicht dabei! „Wärest du hier gewesen …!“ Bei Menschen, die erkrankt sind, in Quarantäne leben müssen oder um ihre finanzielle Existenz bangen kann dieser Eindruck entstehen und der Vorwurf laut werden.

Doch Jesus rechtfertigt sich nicht. Sowohl Marta als auch uns sagt er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ Dann kommt die entscheidende, die persönliche Frage: „Glaubst du das?“

Wie steht es mit meinem Glauben?

Wenn Jesus vor mir steht und mir in die Augen schaut und fragt: „Glaubst du das?“ Was würde ich antworten?

Glaube ich, dass Jesus sich meiner Sorgen und Probleme, egal welcher Art annimmt?

Setze ich in meinem Leben konkret und radikal auf Gott? Vertraue ich IHM? Glaube ich, dass Gott es tatsächlich gut mit mir meint?

Dass er mir ein erfülltes Leben ermöglich – jetzt und hier und erst recht nach diesem Leben.

Für uns Christen gibt es keine hoffnungslose Situation. Auch wenn wir keinen Ausweg sehen – vor Gott und für Gott hat alles einen Sinn beziehungsweise erhält durch IHN Sinn und Perspektive. Menschen, die sich darauf einlassen, können es wagen, Ohnmacht und Schmerz auszuhalten.

Auch in diesen schweren Zeiten können sie dennoch nach vorn schauen. Christliches Leben ist Leben in und aus der Hoffnung.

 

Glaubensbekenntnis

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstand geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube Gott kein zeitloses Faktum ist, sondern, dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

                                                                         Dietrich Bonhoeffer*

 

oder das apostolische Glaubensbekenntnis

 

Fürbitten

Jesus Christus ist gekommen, um den Menschen Licht, Heil und Trost zu schenken. Er führt uns zusammen, auch wenn wir voneinander Abstand halten müssen. Zu ihm dürfen wir mit unseren Anliegen kommen und beten:

 

- Wir beten für alle, die unter der Corona-Pandemie leiden:

Für die an Covid19 Erkrankten, die im Krankenhaus sind und für alle in Quarantäne. Christus, höre uns.

 

- Für die Berufstätigen, die unsicher sind, wie es weitergeht.

Für Arbeitgeber und Selbständige, deren Existenz in Gefahr gerät.

Für alle, die voller Angst sind und sich bedroht fühlen. Christus höre uns.

 

- Wir beten für die vielen Menschen, die unermüdlich im Einsatz sind:

Für alle, die sich in Arztpraxen und Krankenhäusern um das Wohl der Patienten und Patientinnen kümmern. Christus höre uns.

 

- Für alle, die sich jetzt im Alltag und in der Freizeit anders verhalten müssen als sonst. Für alle Verantwortlichen, die für das Land und für Europa wichtige Entscheidung treffen müssen. Christus höre uns.

 

- Für die Frauen und Männer, die im Lebensmittelhandel und in Apotheken arbeiten, um die Grundversorgung aller gewährleisten zu können.

Für alle in den Laboren, die unter Hochdruck Tests auswerten und nach Medikamenten und Impfstoffen forschen. Christus höre uns.

 

Wir beten für alle Christen und Christinnen, die in dieser besonderen Zeit herausgefordert sind; und für die Seelsorgerinnen und Seelsorger,

die neue Formen entwickeln, wie Menschen ihren Glauben miteinander teilen.

 

- Für die Gläubigen, denen die Gottesdienstgemeinschaft fehlt. Für alle, die einander beistehen und sich ermutigen. Christus höre uns.

 

- Wir beten für die Frauen, Männer und Kinder, die auf der Flucht sind:

Für alle, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen.

Besonders für die Kinder auf Lesbos, die durch die Corona-Krise festsitzen.

Für die Hilfsorganisationen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst unter katastrophalen Bedingungen im Einsatz sind. Christus höre uns.

 

- Wir bitten für uns selbst:

Für die Sorgen und Nöte, die jeder und jede von uns mitbringt.

In Stille nennen wir dir die Namen derer, die uns besonders am Herzen liegen.

Christus höre uns.

 

Jesus Christus, Du schenkst uns Dein Heil und Deinen Beistand gerade auch in diesen schweren Zeiten. Dafür danken wir Dir und preisen Dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist heute, alle Tage unseres Lebens und in Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser

 

ich bin                                                        glaubst du das?

ich bin das leben                                         glaubst du das?

ich bin die Auferstehung und das leben        glaubst du das?

wer an mich glaubt, wird leben                   glaubst du das?

wird leben, auch wenn er stirbt                   glaubst du das?

und wird auf ewig nicht sterben                  glaubst du das?

 

JA,ICH GLAUBE!

 

Segen

In dieser schweren Zeit bitten wir Gott um seinen Segen für uns alle. Tun wir dies mit den Worten des Liedes „Bewahre uns Gott“ (GL 453)

 

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern Wegen.

Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden.

Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten,

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen.

Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen,

 

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen.

Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.

 

So segne uns und unsere Lieben und alle Menschen auf der ganzen Erde, der gütige und allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Bleiben Sie gesund!       #hsbestrong      Ihre Eva Jessen, Gemeindereferentin

 

* Aus: DBW Band 8, Widerstand und Ergebung, Gütersloher Verlagshaus; Kaiser, München, 2006, S. 30f

 

 

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Link zum Schrifttext:

https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-29

 

 

        

IMPULS zur 3. FASTENWOCHE (von Barbara Ratayczak)

modesto-3752894_960_720 (c) pixabay

Es fühlt sich merkwürdig an, dass in unseren Kirchen keine Gottesdienste stattfinden. Wir möchten euch gerne zeigen: Wir Seelsorger*innen sind auch weiter für euch da. Und auch ihr seid weiter Weggemeinschaft Gangelt, Gemeinde Jesu Christi. Wir möchten euch kleine Denkimpulse mit auf den Weg geben - zweimal die Woche. Einmal "mitten in der Woche" und einmal am Wochenende. In unseren Kirchen werden jetzt immer sonntags um 10:30 Uhr die Glocken geläutet. Um diese Zeit können wir Gemeinschaft sein - auch wenn wir räumlich voneinander getrennt bleiben müssen. Wir können miteinander und füreinander beten - vielleicht mit dem Impuls, den wir dann zur Verfügung stellen.

Für heute möchte ich euch einen Liedtext von Shalom Ben-Chorin aufschreiben. Er ist schon etwas älter, eigentlich immer aktuell, berührt mich immer wieder, aber jetzt gerade besonders. Schaut aus dem Fenster, geht in den Garten und macht Augen und Herz auf für das:

"Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt -

ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?

Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit -

achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht,

doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,

bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt!"