Geschenkte Talente

Geschenkte Talente

15. Nov 2020

Die nebelbedeckten Felder am Rodebach bei uns in Gangelt waren mir zum heutigen Sonntagsimpuls ein wenig Inspiration. Der Nebel und der anbrechende Tag, der Sonne und gutes Wetter verheißt. Ich dachte, das ist doch fast wie das Jahr 2020. Der Nebel der Pandemie auf der einen Seite - aber auch die Verheißung der Gegenwart Gottes auf der anderen Seite. Fallzahlen, die uns oft Angst machen, aber auch das Schöne und unsere Fähigkeiten übersehen lassen.

Das Evangelium heute berichtet von den vielen Talenten, die uns geschenkt sind - jedem Einzelnen. Da gibt es heute im Evangelium den Knecht, der aus Angst nichts erreicht. Er hebt nicht seinen Kopf, er fürchtet sich vor dem Status Quo. Aus Angst gräbt er sein Talent ein. Aber da sind auch die anderen, die trotz allem handeln und ihre Talente einsetzen.

Diese Menschen gibt es auch bei uns. Angst ist etwas anderes, etwas mehr als ein vorsichtiger und verantwortungsvoller Umgang mit einer bestehenden Situation. Angst lähmt die Kraft, auch neue Wege zu entdecken. Und Liebe, Gerechtigkeit und Friede, ein kleines nettes und mutmachendes Wort stärken auch den Mitmenschen.

Gerade heute braucht es nicht die Angst vor der Zukunft, sondern Wege, sich für eine Zukunft kreativ einzusetzen. Es braucht gerade heute auch unsere Talente, die Gott uns geschenkt hat. Als Christen haben wir die Verheißung und die Zuversicht, an die Sonne hinter all dem Nebel 2020 zu glauben. Und auch ein Stück die Verheißung, mit unseren Fähigkeiten Gottes Licht und Hoffnung in die Welt zu tragen. Vielleicht hilft es, als Mensch wieder menschlicher zu sein und verantwortungsvoll und mit Hoffnung weiter und miteinander durch diese Krise zu gehen.

Ich und wir freuen uns über einen Kommentar (auf Facebook oder gerne als E-Mail).

Bleiben Sie und Ihre Lieben gesund - und einen schönen und gesegneten Sonntag.

Ihr Pfarrer Andreas Krieg